Beispiele meiner Hufbearbeitung

Im oberen Foto ist der rechte Vorderhuf vor meiner ersten Bearbeitung dargestellt. Um eine möglichst schonende und zügige Entspannung in den Huf zu bekommen, wurde der erste Bearbeitungsabstand von 14 Tagen gewählt.

Man sieht im unteren Bild, dass sich der Kronrand nach meiner zweiten Bearbeitung 14 Tage später schon deutlich entspannt hat. Der Schwarzwälder Fuchs nahm die Korrektur dankend an und zeigte ein besseres Gangbild.

Rechts ist ein Beispiel, wie man beginnenden Hufkrebs im Strahl nach nur vier Monaten wieder heilen kann. Dazu ist eine sehr frühzeitige Entdeckung und eine konsequente Behandlung notwendig. Auslöser hier war eine mangelhafte Strahlhygiene und die nicht beachtete Strahlfäule.

Die Hufe von diesem vierjährigen Quarter wurden vor meiner Übernahme so schlecht bearbeitet, dass ich auf allen Hufen eine Fehlstellung vorgefunden habe. Zusätzlich deuteten mehrere Einblutungen auf Druckstellen in den Hufen hin.

Durch meine huforthopädische Bearbeitung konnten die Hufe innerhalb von fünf Monaten schon soweit korrigiert werden, dass der Quarter seine Beine wieder gerade nebeneinander hinstellen konnte. Dadurch wurde sein ganzer Körper ausbalancierter, was auch zu einer einfacheren Hufbearbeitung führte.

„Die winkende Trachte“

Viele Verletzungen an der Hornkapsel lassen sich mit der Zeit allein durch die richtige Bearbeitung, der Huforthopädie, wieder in Ordnung bringen. Bei einigen bedarf es sehr viel Aufwand (z.B. Hufabzess, Hufkrebs, o.ä.) und manchmal, wenn die Hornqualität vom Grund auf schon sehr schlecht ist, kann man einen Huf nur so weit verbessern, wie es das Horn zulässt.

Am Beispiel der „winkenden Trachte“ kann man sehen, dass ein Huf allein mit der

richtigen huforthopädischen Bearbeitung und dem passenden Bearbeitungsabstand wieder normal herunter wächst. Gleichzeitig wird bei dem Huf deutlich, dass die Hornkapsel eher steiler werden möchte. Dies ist an dem Knick im pigmentierten Horn gut zu erkennen. Oberhalb des Knickes wachsen die Hornröhrchen steiler herunter, das ältere Horn unter dem Knick ist hingegen deutlich flacher. Die Ursache für das Wegbrechen der Trachte war vermutlich ein Hufgeschwür, welches trotz regelmäßigen Abdrücken unerkannt blieb. Zusätzlich stürzte das Pferd einige Wochen vor dem Wegbrechen und rutsche mit dieser Hufwand über einen harten Boden. Die Trachtenwand wurde nach dem Wegbrechen vollständig bis zum Saumband weggeschnitten. Alle drei Wochen wurde bei der Hufbearbeitung geschaut, ob die Trachte inkl. der Trachtenwand ohne Einschlüsse herunter wächst. Anfangs musste regelmäßig frisch gewachsenes Horn teilweise wieder entfernt werden, damit keine Hohlräume entstehen. In den Hohlräumen hätten sich erneut Fusobakterien breit machen und dem Huf schaden können. Etwas schwieriger war es die Belastungssituationen so zu steuern, dass es zu keinen weiteren Ausbrüchen kam. Nach gut fünf Monaten war die Trachte wieder vollständig und steiler herunter gewachsen.