Strahlfäule

Strahlfäule entsteht durch Bakterien, die nur unter Luftabschluss leben und sich vermehren können. Kommt an allen Bereichen Luft, so sterben die Bakterien ab. Daher ist neben einer guten Hufhygiene auch sehr wichtig, dass der Strahl vernünftig freigeschnitten wird. Es dürfen keine Taschen zurückbleiben, in denen sich die Strahlfäule ausbreiten kann. Unbehandelt kann aus Strahlfäule nach längerer Zeit Hufkrebs entstehen, indem die Bakterien das Horn so tief zersetzt haben, dass die Lederhaut bereits angegriffen wird.

Daher ist es wichtig, dass man Strahlfäule frühzeitig behandelt! In einem sehr frühen Stadium bekommt man die Strahlfäule oft mit alkoholischer Mundspülung schnell in den Griff. Dazu lässt man die Mundspülung durch die mittlere und seitlichen Strahlfurchen laufen, hält den Huf einige Sekunden hoch, damit die Mundspülung tiefer eindringen kann. Sollte diese günstige Methode nicht funktionieren, muss man auf andere Pflegemittel zurückgreifen. Leider gibt es keine pauschale Empfehlung bei den Pflegeprodukten. Was bei einem Pferd hilft, muss nicht unbedingt beim nächsten Pferd wirken. Allerdings habe ich mit Artimud sehr gute Erfahrungen gesammelt. Beim Kauf sollte man sich im Internet gut informieren, da die Preise recht weit auseinander gehen. Meist genügt hier die Größe von 300 Gramm. Sollten durch die Strahlfäule viele kleine, sehr enge Furchen entstanden sein, so empfiehlt sich zunächst ein sehr flüssiges Pflegeprodukt, bevor man mit Artimud den Strahl weiter behandelt.

Strahlfäule 1
Huf mit Strahlfäule
Strahlfäule 3

Ist die mittlere Strahlfurche besonders tief, so muss diese zusätzlich gestopft werden. Das Horn wächst nur, wenn es ausreichend Gegendruck bekommt. Da die Strahllederhaut bei einer sehr tiefen mittleren Strahlfurche jedoch keinen Gegendruck bekommt, so muss man den mit Wattepads oder vergleichbarem künstlich erzeugen. Dazu wird erst das Pflegeprodukt aufgetragen und anschließend ein oder mehrere Wattepads mit dem Hufkratzer in die mittlere Strahlfurche gestopft. GANZ WICHTIG: Immer nur mit der Seite des Hufkratzers die Pads hinunter drücken. Man muss dazu Kraft aufwenden. Stopft man die Pads mit der Spitze des Hufkratzers in den Strahl, so besteht die Gefahr, dass das Wattepad durchgestochen wird und es zu Verletzungen kommt.