Hufrehe

Hufrehe – Ein Notfall!

Im Frühjahr und auch im Winter kommt es leider oft zu Reheerkrankungen bei Pferden. Das liegt oft an zu schnellem Anweiden und daran, dass Pferde in kalten Nächten auf sehr kurzem, gestressten Weiden stehen. Ein Reheschub ist ein Notfall! Daher: Bei Verdacht auf Rehe ist sofort der Tierarzt zu kontaktieren.

Wie erkennt man eine Rehe, welche Symptome gibt es?

– Klammer Gang, starke Lahmheit bis hin zur Unbeweglichkeit. Ggf. möchte das Pferd auch die Karpalgelenke nicht beugen, dann kommt es zu einem streichholzartigen Gang.
– Das Pferd setzt zuerst mit den Trachten auf dem Boden auf.
– Beim Wenden hat das Pferd Schmerzen und läuft noch lahmer.
– Es liegt eine allgemeine mittel- bis hochgradige Schmerzhaftigkeit vor.
– Abwechselndes Entlasten der Gliedmaße, das Pferd trippelt auf der Stelle.
– Wenn Ihr auf die Hufzehenwand klopft, kann das Pferd Schmerzen haben.
– Die Hufe können im Verlauf auch ohne Bewegung ungewöhnlich warm werden. Lasst dazu Euer Pferd nach Möglichkeit eine Weile im Schatten stehen, um zu schauen, ob die Sonne nicht die Hufe erwärmt hat.
– Erhöhte Pulsation an der Zehenarterie oder der Mittelfußarterie.
– Die Vorderbeine werden weit nach vorne herausgestellt und die Hinterhufe möglichst weit unter den Bauch.
Wichtig: Es müssen nicht alle Symptome auftreten, meist treten anfangs nur einzelne Symptome auf.

Was ist zu tun?

– Sofort den Tierarzt anrufen und das Pferd untersuchen lassen.
– Wenn möglich, das Pferd schnellstmöglich auf einen weichen Untergrund stellen.
– Die Hufe müssen nach dem Tierarzt-Besuch gepolstert werden. Entweder durch den TA, durch Euch oder Euren Hufbearbeiter.
– Das Pferd muss zudem auf einen weichen Untergrund stehen: Box gut einstreuen, sofern keine weichen Gummimatten auf dem Boden sind.
– Hufeisen im akuten Reheschub nicht entfernen! Das Abnehmen der Eisen bereitet dem Pferd zusätzliche Schmerzen. Man kann den Polsterverband auch so anlegen, dass das Pferd die Eisen zwar anbehält, diese jedoch nicht mehr tragen.
– Mit dem Tierarzt die weitere Behandlung abstimmen.
– Versuchen die Ursache für die Hufrehe zu finden und abstellen.

Was sind die Ursachen?

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Hufrehe. Neben der Futterrehe, häufig bei übergewichtigen Pferden, die zusätzlich noch viel fruktanreiche Wiese erhalten, gibt es auch die Medikamentenrehe, Vergiftungsrehe, Nachgeburtsrehe und die Stoffwechselerkrankungen an sich, wie z.B. EMS oder Cushing. Bei den hier genannten Ursachen wird schnell klar, dass nicht nur Pferde auf der frischen grünen Wiese von Rehe bedroht sind, sondern auch Pferde Rehe bekommen können, die nicht auf die Weide gehen.

Was passiert bei einer Hufrehe?

Die Hufrehe ist eine Erkrankung der Huflederhäuten durch eine massive Stoffwechselstörung, wodurch eine aseptische Huflederhautentzündung entsteht. Dabei reißt der Hufbeinträger nach und nach auf. Hierbei wird der sonst sehr feste Zusammenhalt zwischen der Wandlederhaut und der Lamellenlederhaut zerrissen, wodurch sich die äußere Hornkapsel vom Hufbein löst. Je mehr die Hornkapsel belastet wird, umso mehr kann der Hufbeinträger aufreißen. Daher ist eine effektive Polsterung der Hufe zur Entlastung der Hornkapsel dringend notwendig.